Will, Heinrich (ES  von der Schwalm)

Zum ES von der Schwalm erkürt im Reych Zu den Gyssen (276) (Gießen) am 26.10.159.

Schwalm BildGeb. 27.8.1895 in Treis a.d. Lumda (Hessen)
Gest. 19.2.1943 hingerichtet in Frankfurt

Deutscher Kunstmaler hessischer Landschaften und Portraits wld. Sasse der Reyche Zu den Gyssen (276) und Nauinheimbia Wettereiba aurea (247)

Heinrich Will, geb. am 27. 8.1895 in Treis bei Gießen. Nach der Teilnahme am 1. Weltkrieg und einem zweijährigen Lazarettaufenthalt kehrte er schwerbeschädigt zurück, studierte ab 1920 am Städel in Frankfurt, 1925 an der Kunstakademie in Düsseldorf und dann bis 1927 an der Wiener Akademie der Bildenden Künste in der Meisterklasse für figürliche Malerei. Es schloss sich eine Reise nach Italien an, auf der er viele Anregungen für Motive gewann. Danach ließ er sich als selbständiger Maler in Gießen nieder.

1930 heiratete er Elisabeth Klein, die Tochter eines jüdischen Industriellen, die er in Wien kennengelernt hatte. Sie wird als klug, heiter, gütig und für alles Schöne aufgeschlossen geschildert, eine elegante Großstädterin, die in Gießen eine gewisse weltstädtische Atmosphäre verbreitete. Die Eheleute nahmen am gesellschaftlichen und kulturellen Leben in Gießen teil. Heinrich Will war eine bekannte Persönlichkeit, der gerne mit Portraits für Gießener Bürger beauftragt wurde. Er wird als fröhlicher, aber auch ernsthafter und gewissenhafter Mensch beschrieben, als guter Gesellschafter, sehr redegewandt, in seinen Bildern spürt man die Sehnsucht nach einer unzerstörten Welt.

Heinrich Will wurde als Knappe 19 am 13.3.1933 Mitglied des Reyches Zu den Gyssen, unmittelbar vor der Reychsauflösung. Er wechselte zum Mutterreych, der Nauinheimba, wo er als Junker Henner noch 1937 zum Ritter Von der Schwalm geschlagen wurde, kurz vor der Auflösung der deutschen Schlaraffenreyche.

Heinrich Wills künstlerische Anfänge sind vom deutschen Spätimpressionismus bestimmt. Er malte und zeichnete vor allem die Menschen, denen er begegnete und die Landschaften, in denen er lebte. Die Liebe zu seiner Heimat lässt sich in seinen Motiven erspüren: Hess. Landschaften und hess. Bauern. Er blieb seiner hess. bäuerlichen Herkunft als Künstler stets treu und wurde nicht müde, immer wieder die vertrauten Winkel Gießens zu malen, Gemälde und Radierungen, von denen viele im Oberhess. Museum in Gießen hängen.  Damit steht Heinrich Will in der besten Tradition von so bekannten hess. Malern wie Carl Bantzer und Otto Ubbelohde. Er vertritt im weitesten Sinne das Genre, das im schwälmer Malerstübchen in Willingshausen gepflegt wird. In seinen Bildern begegnet der Betrachter dem alten Gießen, das im Bombenhagel 1944 unterging. Mit seinen Darstellungen ist er somit auch ein malender und zeichnender Stadtchronist. Er war Vertreter der „Neuen Sachlichkeit“, einer um 1922 einsetzenden künstlerischen Richtung, die im bewussten Gegensatz zum Expressionismus das objektive Dasein der Gegenstände erfassen sollte.

Heinrich Will, von Sammlern geschätzt, war bis 1936 über die Grenzen Gießens hinaus bekannt.  Er war ein produktiver fleißiger und Maler. 1936 erhält er Ausstellungsverbot, da er sich nicht von seiner jüdischen Frau trennen will. 1941 stößt er zum sog. Freitagskränzchen, einer geselligen bürgerlichen Runde. Durch Verrat werden die Mitglieder 1942 verhaftet, er selber wegen Abhörens sog. Feindsender vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und trotz zahlreicher Gnadengesuche am 19.2. 1943 in Frankfurt hingerichtet, seine Frau wird im KZ Auschwitz ermordet.  
(Text Rt. Pepp (276)